Neue Forschungsansätze
bei Kopf-Hals-Krebs
Kopf-Hals-Krebserkrankungen stellen für Betroffene oft eine große Herausforderung dar – nicht nur medizinisch, sondern auch im Hinblick auf Sprechen, Schlucken und Lebensqualität. Die gute Nachricht: Die Forschung hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Neue, gezieltere Therapieansätze eröffnen zunehmend bessere und individuellere Behandlungsmöglichkeiten.
Immuntherapien aktivieren das körpereigene Abwehrsystem, damit Krebszellen besser erkannt und bekämpft werden. Checkpoint-Inhibitoren werden bereits bei fortgeschrittenen Tumoren eingesetzt und zunehmend auch vor oder nach Operationen sowie in Kombination mit Strahlentherapie geprüft.
Zielgerichtete Medikamente greifen gezielt in Wachstums- und Signalwege der Tumorzellen ein, etwa beim EGFR-Signalweg. Sie können das Tumorwachstum bremsen und sind oft besser verträglich als klassische Chemotherapien.
ADCs verbinden einen Antikörper mit einem Chemotherapeutikum. Der Wirkstoff wird gezielt in die Tumorzelle eingeschleust, wodurch auch fortgeschrittene Tumoren präziser behandelt werden können.
mRNA-Impfstoffe werden als therapeutische Krebsimpfstoffe erforscht. Sie sollen das Immunsystem gezielt gegen tumor- oder HPV-spezifische Merkmale aktivieren und werden meist mit Immuntherapien kombiniert. Der Ansatz befindet sich noch in klinischer Prüfung, zeigt aber vielversprechende Ergebnisse.
Durch die Kombination von Immun-, Chemo- und Strahlentherapie soll die Wirksamkeit verbessert und gleichzeitig der Erhalt wichtiger Funktionen wie Sprechen und Schlucken gefördert werden. Bei HPV-assoziierten Rachentumoren wird zudem eine Reduktion der Therapiedosis untersucht.
